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Die Freimaurerei geht im Wesentlichen auf philosophische Errungenschaften des 17. Jahrhundert zurück, die dem religiösen und politischen Absolutismus vergangener Jahrhunderte eine Absage erteilen und zum Nährboden für die Aufklärung werden. Nach Ketzerverfolgung, Hexenwahn und Religionskriegen, die Europa bis zum Ende des 17. Jahrhunderts aufgewühlt hatten, breitet sich unter vielen Menschen und einigen Vordenkern eine Sehnsucht nach einer menschlichen und brüderlichen Gesellschaft aus. Einer der Philosophen, die diese Sehnsucht nach Toleranz, Gleichheit und Humanität artikulieren, ist der englische Aufklärer John Locke (1632-1702), der seine Toleranzgedanken formuliert und maßgeblich die Unabhängigkeitserklärung und Verfassung der USA beeinflusst. Zusammen mit David Berkeley (1684-1753) und David Hume (1711-1776) bildet er das Dreigestirn der Aufklärung. Hume stellt den mönchischen Tugenden des Mittelalters die bürgerlichen Tugenden der Humanität, des Wohlwollens und der Freundschaft gegenüber.


Diese Prinzipien finden bald auch Eingang in englische und schottische Bauhütten (engl. lodges, daher Logen), zu denen sich Maurergesellen und Maurermeister zusammengefunden hatten. Später werden auch aufgeklärte Bürger und sogar Adlige als fördernde Mitglieder aufgenommen (accepted masons genannt, also angenommene Maurer). In diesen Logen verbinden sich erstmals Menschen über religiöse, politische und soziale Grenzen hinweg zu einer Bruderschaft. Sie leiten damit eine Entwicklung ein, die zu einer allmählichen Umwandlung der Bauhütten zu allgemeinen Gemeinschaften führen, die das Bauhandwerk aufgegeben haben und einen geistigen Bau errichten wollen. So wird die Loge zu einem Hort der Toleranz, der Brüderlichkeit sowie des freien Denkens und Forschens.


Dieser Umwandlungsprozess von maurerischen Bauhütten zu geistigen Bruderschaften wird 1717 mit der Gründung der ersten Großloge der Freimaurer in London besiegelt. An ihr sind vier Logen beteiligt, denen schon kein tätiger Bauhandwerker mehr angehört. 1723 gibt sich die Großloge eine Konstitution, die sich zwar formal an ältere Bauhüttenordnungen anlehnt, vom Inhalt aber einen Wendepunkt in der Geschichte der menschlichen Gemeinschaft darstellt. Darin heißt es u.a.:


Der Maurer ist verpflichtet, dem Sittengesetz zu gehorchen, und wenn er die Kunst recht versteht, wird er weder ein engstirniger Gottesleugner, noch ein bindungsloser Freigeist sein…Sie [die Freimaurer] sollen also gute und redliche Männer sein, von Ehre und Anstand, ohne Rücksicht auf ihr Bekenntnis oder darauf, welche Überzeugungen sie sonst vertreten mögen. So wird die Freimaurerei zu einer Stätte der Einigung und zu einem Mittel, wahre Freundschaft unter Menschen zu stiften, die einander sonst ständig fremd geblieben wären.


Die Freimaurerlogen sind damit zu Gesellschaften geworden, in denen ein einheitlicher Glaube nicht mehr Voraussetzung für eine Mitgliedschaft ist. Dies gilt auch für die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Stand, einer bestimmten ethnischen Herkunft oder einer bestimmten politischen Partei. In den Logen wird so der Weg bereitet von der geschlossenen, ausschließlich von Kirche und Adel geprägten Gesellschaft, zur pluralistischen bürgerlichen Gesellschaft, wie wir sie heute verstehen. Die Freimaurerei dürfte somit als Wegbereiter der Aufklärung gelten sowie als ideologischer Nährboden für eine freiheitliche Gesellschaftsordnung, wie wir sie heute zu schätzen wissen.


Indem die Freimaurer gutmeinende Menschen ohne Ansehen ihrer religiösen oder sonstigen Überzeugungen vereinigten, setzten sie sich allerdings dem Vorwurf des Relativismus und der Beliebigkeit aus und gerieten unversehens und ohne Absicht in einen oft schwer zu überwindenden Gegensatz zu autoritären Religionen und totalitären Politiksystemen. Trotz großer Widerstände – oder vielleicht gerade ihretwegen – finden wir die Freimaurerei nach wenigen Jahrzehnten in der ganzen Welt.


Auch in Deutschland breitet sich die Freimaurerei rasch aus. Schon 1737 wird in Hamburg die erste deutsche Loge gegründet. Die politischen Verhältnisse in Deutschland, seine Zersplitterung in viele Einzelstaaten, und die stark philosophische Orientierung der deutschen Freimaurer mögen die Entstehung einer ganzen Reihe von Großlogen begünstigt haben. Im NS-Staat werden diese Logen allerdings bekämpft, weil sie sich dem Machtwillen der Nazis entziehen. Ihre Mitglieder werden bedrängt, bis schließlich 1935 alle Logen verboten werden. Doch gleich nach dem Krieg, nämlich noch 1945, sammeln sich in den drei Westzonen die übriggebliebenen Logenmitglieder, um sich neu zu formieren. In der russisch besetzten Zone, der späteren DDR, blieb die Freimaurerei hingegen bis zum Fall der Mauer verboten. Am 19. Juni 1949 schließen sich in der Frankfurter Paulskirche, dem Symbol deutscher Demokratie und bundesstaatlicher Einheit, 174 Logen zur vereinigten „Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer“ von Deutschland (A.F. u. A.M.) zusammen.


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