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Am 13. Juni 1777 trafen sich die ersten Freimaurer zu einer Logenarbeit in Friedberg. Dies geht aus dem Archiv der Friedberger Loge hervor. Bei dieser Logenarbeit wurden zwei Brüder als Freimaurer aufgenommen. Zehn Tage später, am 23. Juni,  erhielt die Friedberger Loge das offizielle Schutzrecht  („Patent“) von der Wetzlarer Direktorialloge zugesprochen und nannte sich „Rudolph zu den drey Schwanen“, vermutlich nach Johann Maria Rudolph, Reichsgraf Waldbott zu Bassenheim, der zugleich Burggraf der Friedberger Burg war und in dessen Wappen sich ein Schwan befand, weshalb es nicht wundert, dass auch im Friedberger Logenzeichen – „Bijou“ genannt – drei Schwäne das „R“ des Burggrafen zieren (Abbildung).


Als erster „Meister vom Stuhl“ jener Friedberger Loge wurde Johann Hugo Wilhelm Löw [von und zu Steinfurth] berufen. Die Bezeichnung „Meister vom Stuhl“ deutet neben dem Rang (des Meisters) auch den englischen Ursprung des Begriffes an (nämlich Chair-man für den Vorsitzenden).

Im Gründungsjahr hatte diese erste Friedberger Loge 11 Mitglieder, zwei Jahre später zählte sie bereits 25 Brüder. Man versammelte sich in angemieteten Räumen des Gasthauses Trapp, eines heute noch existierenden Friedberger Hotels. Doch währte die Loge nicht lange. Nach Unstimmigkeiten hinsichtlich der zu praktizierenden Observanz wurde sie im November 1804 wieder „aufgehoben“.



Erst 1857 fand in Friedberg eine Wiederbelebung der Logenarbeit statt, und am 16. November 1862 wurde für die Friedberger Loge erneut das „Patent“ ausgestellt, diesmal nicht von der Wetzlarer Direktorialloge, sondern von der „Großen Freimaurerloge Zur Eintracht“ in Darmstadt. Die neue Loge erhielt nunmehr den Namen „Ludwig zu den drei Sternen“, vermutlich in Anlehnung an die den Friedbergern eng verbundene Gießener Loge, die sich 1778 als „Ludwig zu den drei goldenen Löwen“ konstituiert hatte, benannt nach dem Erbprinzen Ludwig von Hessen-Darmstadt, der der Loge in Gießen seine Bewilligung gegeben hatte. Das neue Bijou der Friedberger enthielt neben dem „L“ für Ludwig auf der Spitze des Dreiecks auch die drei Sterne.


In der Nazizeit wurde die Freimaurerei verboten; so auch die Loge in Friedberg. 1932 zählte sie noch 38 Mitglieder, bei ihrer Neugründung nach dem Krieg am 4. Mai 1947 nur noch 16. Die Machthaber des „Dritten Reiches“ hatten der Loge schweren Schaden zugefügt. Die gemieteten Räume wurden zweckentfremdet, das Vermögen beschlagnahmt. Die beamteten Brüder wurden aus ihren Positionen vertrieben, Bücherei und Archiv in die Stadtbibliothek eingegliedert, die diese Archivalien jedoch später der Loge unversehrt wieder zur Verfügung stellte.

Der Wiederaufbau der Loge in der Nachkriegszeit war von Schwierigkeiten und Hindernissen gekennzeichnet. In diversen Klassenräumen und anderen behelfsmäßigen Tagungsorten konnte nur eine eingeschränkte Logenarbeit vollzogen werden, und meist beschränkte man sich auf Vorträge und Diskussionen freimaurerischen Inhalts und ohne eine „Tempelarbeit“ durchzuführen. Die eigentliche Initiative für die Wiedereinsetzung der Loge ging vom letzten Meister vom Stuhl vor der Auflösung aus, Prof. Wilhelm Schäfer, dem langjährigen Direktor des Friedberger Polytechnikums.

Die heutige Friedberger Loge versteht sich als Erbin ihrer beiden Vorgängerinnen, weshalb ihr Emblem auch die beiden Bijous der ersten und zweiten Loge enthält.

 




Ein großer Fortschritt war es schließlich, als es der Loge gelang, im Haus der Kasino-Gesellschaft Friedberg einen größeren, als Versammlungs- und Tempelraum geeigneten Raum mieten zu können. Zwar mussten für Tempelarbeiten alle Wanddekorationen abgenommen und der ganze Raum durch Bespannung mit blauen Tüchern als Tempel eingerichtet werden, aber jetzt war es zum ersten Mal wieder möglich, ordnungsgemäße und ritualgerechte Arbeiten durchzuführen, wenn auch Aufnahmen nach wie vor in den größeren Logenhäusern in Frankfurt und Offenbach erfolgten. In diesen Jahren hatte die Loge viele Abgänge durch den Tod älterer Brüder. Diese Verluste konnten durch Aufnahmen nicht ausgeglichen werden, obgleich mit öffentlichen Vorträgen und anderen Veranstaltungen große Anstrengungen unternommen wurden.


Die schwierige Raumfrage löste sich schließlich durch die Stiftung von Frau Gustl Weith, geb. Zörb, aus Friedberg, die der Loge das jetzige Logenhaus testamentarisch vermachte. Im langjährigen freundschaftlichen Umgang mit Br. Julius Müller hatte sie die Ziele und Aufgaben des Freimaurerbundes kennen und schätzen gelernt und sich für die Logenarbeit begeistert. Dem Wunsch der Stifterin folgend heißt das Vermächtnis ,,Gustl-Zörb-Stiftung". Die feierliche Eröffnung des neuen Logenhauses – freimaurerisch „Lichteinbringung“ genannt –  erfolgte am 29. Oktober 1966.

Nun hatte die Loge einen festen Sitz, konnten die Tempelarbeiten in ritualgerechter Form durchgeführt werden und war die Loge endlich in der Lage, Veranstaltungen vielfältiger Art zu organisieren. Die geistige Arbeit wurde verdichtet, das gesellige Leben erhielt neue Impulse. Im neuen Logenhaus haben auch die Bücherei und das Archiv wieder einen geordneten Platz gefunden, und es konnte mit der Sichtung und Katalogisierung des vorhandenen Materials begonnen werden. Gegenwärtiger Archivar ist der langjährige Meister vom Stuhl Claus-Dieter Greschok.




Das heutige Logenhaus


Wer mehr über die Geschichtschronik der Friedberger Freimaurer-Loge erfahren möchte, wende sich bitte per Mail an diese Loge.

 


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